RTL Reportage: Hoffnungslos verschuldet – Die Geldeintreiber vom Zoll

30. September 2013, 23:30 Uhr, RTL

Der Zoll in Deutschland  ist der größte Schuldeneintreiber des Bundes. Mit einer eigenen Truppe treibt er die Forderungen der Bundesagentur für Arbeit, der Krankenkassen oder anderer Bundesbehören ein. Insgesamt nahm der Zoll im vergangenen Jahr in über vier Millionen Vollstreckungsfällen fast 1,3 Milliarden Euro für den Staatshaushalt ein. Doch nur rund ein Fünftel der offenen Forderungen können die Männer vom Zoll tatsächlich vollstrecken. Immer mehr Menschen sind hoffnungslos überschuldet.

ParkkralleWer nicht zahlen kann, macht Bekanntschaft mit dem Pfandsiegel, umgangssprachlich auch „Kuckuck“ genannt. So wechseln Musikanlage, Plasmafernseher oder das Auto den Besitzer. Im Härtefall kommen die Vollziehungsbeamten mit einem Durchsuchungsbeschluss auch ohne Schlüssel in die Wohnung. Oder sie legen mit der Parkkralle das Auto so lange lahm, bis die Schulden bezahlt werden.

Ab 2014 bekommen die Männer und Frauen des größten Inkassounternehmens derPfandsiegel Bundesrepublik eine weitere Aufgabe. Dann sollen die Beamten neben den Forderungen der Bundesagentur für Arbeit, der Mini-Job-Zentralen und der Krankenkassen auch noch die KFZ-Steuer eintreiben.  Wer nicht zahlt, muss laufen. Das Hauptzollamt Berlin hat schon jetzt bundesweit am meisten zu tun. Bei mehr als 500.000  Einzelfällen pro Jahr treiben die Gerichtsvollzieher des Bundes in Berlin rund 54 Mio. Euro ein.

30 Minuten Deutschland durfte die „Gerichtsvollzieher“ vom Hauptzollamt Berlin begleiten und mit den Schuldnern über ihre aussichtslose Lage sprechen.


 

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