RTL Reportage: Jahrestreffen der Produktfälscher

Razzia auf der Frankfurter Messe

 Sendetermin: 08. Juni 2015, 23:30 Uhr,RTL

Schon im Mittelalter waren die Handelswege von Raubrittern und Piraten bedroht. Heute sind es die Produktpiraten, die unter falscher Flagge segeln, heimlich Baupläne für Produkte, Maschinen und Geschäftsideen kapern und ihre gefälschten Waren unter dem Logo des Markenherstellers auf Messen anbieten. Einer der größten Handelsplätze der Welt ist die Messe in Frankfurt am Main. Hier stellen die Markenfälscher und Produktpiraten ihre „geklonten Waren“ direkt neben den deutschen Markenherstellern aus. Ob Luxusartikel wie Uhren, Taschen und Bekleidung oder hochwertige Badarmaturen, Computer und Autoteile – es gibt nichts, das nicht gefälscht wird. Der Schaden liegt weltweit bei rund 250 Milliarden Euro pro Jahr.

Aus diesem Grund haben sich auf der weltgrößten Sanitär-Messe „ISH 2015 “ in Frankfurt am Main der Zoll, die Staatsanwaltschaft und 17 Anwälte von deutschen Markenfirmen zum Schlag gegen die Produktpiraten verabredet. Mit drei Teams sind die Kontrolleure unterwegs. Die ertappten Produktpiraten müssen sofort eine Sicherheitsleistung von bis zu 5.000 EURO als Strafe bezahlen. Mehr als 600 Stände werden in zwei Tagen kontrolliert, 45 Produktfälschungen und mehr als 400 Katalog-CDs sichergestellt.

Unter den sichergestellten Produktfälschungen finden sich patentgeschützte Markenprodukte vom einfachen Duschkopf über den Edel-Stahl-Wasserhahn bis zum kleinen Absperr-Ventil. Die gefälschten Produkte stammen zu 80 Prozent aus China und Hongkong aber auch aus Taiwan, Indien, Korea, Sri Lanka und Ägypten.

30 Minuten Deutschland durfte Zoll, Staatsanwaltschaft und Marken-Anwälte bei der größten Razzia auf der Frankfurter Messe begleiten.


 

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