RTL Reportage: Pfänden und versteigern – Der Zoll räumt die Asservatenkammer

18. August 2014, 23:30 Uhr, RTL

Der Zoll in Deutschland ist der größte Schuldeneintreiber des Bundes. Wer die Forderungen der Bundesagentur für Arbeit, der Krankenkassen oder anderer Bundesbehörden nicht zahlen kann, macht Bekanntschaft mit dem Pfandsiegel, umgangssprachlich auch „Kuckuck“ genannt. Im Härtefall kommen liebgewordene Gegenstände vom Goldschmuck bis zum Oldtimer unter den Hammer. Schulden in Höhe von etwa einer Milliarde Euro hat der Zoll im vergangen Jahr vollstreckt, gepfändet und sichergestellt.

Seit 2002 landet das Hab und Gut der Schuldner im virtuellen Auktionshaus des Zoll, ähnlich dem Branchenriesen eBay. Mit 300.000 registrierten Bietern und einem Jahresumsatz von über 70 Mio. Euro macht die virtuelle Zoll-Auktion inzwischen sogar seinem Vorbild Konkurrenz. Das Auktionsangebot ist groß: Bekleidung, Bücher, Elektronik, Teppiche, Spielwaren oder Wertsachen wie Schmuck, Uhren und Antikes. Ein Eldorado für Schnäppchenjäger. Selbst ausrangierte Küstenstreifenboote oder ganze Lokomotiven kommen unter den virtuellen Hammer.

Nur noch ganz selten ruft der Zoll zu einer seiner öffentlichen Live-Versteigerungen wie beim NRW-Tag in Bielefeld. Dort sind neben Schmuggel-Alkohol vor allem die kleinen Dinge des Lebens zum halben Preis zu haben: Handis, Computer. Fernseher oder Mountainbikes. 30 Artikel kommen im vier Minutentakt unter den Hammer.

30 Minuten Deutschland durfte den Zollauktionator bei einem seiner seltenen Live-Auftritte in Bielefeld begleiten.

Sendetermin: 18. August 2014, 23:30 Uhr, RTL

Produktion: Filet Film

Autor: Lutz Deckwerth


 

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