Hoffnungslos verschuldet! Die Geldeintreiber kommen.

Abgebrannt bis auf den letzten Cent, die Rechnung nicht bezahlt, das Konto gesperrt und bei jedem Klingeln an der Haustür fährt einem der Schreck in die Glieder. So geht es den Menschen, die Andre Schulz jeden Tag besucht. Der Vollziehungsbeamte gehört zum Deutschen Zoll, dem größten Schuldeneintreiber des Bundes. Mit einer eigenen Truppe treibt er die Forderungen der Bundesagentur für Arbeit, der Berufsgenossenschaften, der Krankenkassen oder anderer Bundesbehörden ein. Die Summen bewegen sich im Schnitt zwischen 20 bis 1.500 Euro. Ausreißer nach oben von bis zu 100 000 Euro sind aber auch schon mal dabei.

Die Hauptursachen von Überschuldung in allen Altersgruppen sind vor allem Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten. Rund 3 Millionen Haushalte sind in Deutschland verschuldet. Tendenz steigend. Und das Hauptzollamt Berlin hat bundesweit am meisten zu tun. Bei mehr als 300.000  Einzelfällen pro Jahr treiben die Gerichtsvollzieher des Bundes mehr als 60 Millionen Euro allein in der Hauptstadt ein. Doch immer häufiger müssen die Gerichtsvollzieher des Bundes auf ihre schärfsten Helfer setzen.

Die Parkkralle am Auto und das Pfandsiegel, früher Kuckuck genannt, sind das letzte Mittel, um für den Gläubiger die Schulden zu sichern. Nur rund ein Fünftel der Forderungen können die Männer vom Zoll eintreiben. Im Härtefall kommen die Vollziehungsbeamten mit einem Durchsuchungsbeschluss auch ohne Schlüssel in die Wohnung. Schulden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro haben die Frauen und Männer vom Zoll im vergangen Jahr bundesweit vollstreckt, gepfändet und sichergestellt.

Eine Woche lang durfte 30 Minuten Deutschland den Vollziehungsbeamten des Zoll, Andre Schulz, bei seiner nicht ganz ungefährlichen Arbeit begleiten.

Sendelänge: 30 Minuten

Format: HD

Sendetermin: 17.09.2012. 23:30 Uhr, RTL


 

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