Die Wirklichkeit und der Integrale Ansatz

Ja ich liebe diese WIRKLICHKEIT, denn diese Erde mit ihren Geheimnissen ist wunderschön und der Mensch steht vor der wohl größten Herausforderung. Auch wenn auf die Mehrheit folgender Satz zutrifft:

„Der Mensch und sein heutiges Gehirn stellen nicht das Ende der Entfaltung dar, sondern nur eine Zwischenstufe der Vergangenheit, welche schwer belastet ist mit der Erinnerung an das Tier und der Zukunft, welche reich ist an hoher Verheißung. Derart ist die Bestimmung des Menschen.“ (Lecomte du Noüy)

So bin ich immer noch auf der Suche, mich selbst und die eingefaltete Welt mit anderen Augen zu sehen. Ich lese viel, korrespondiere mit anderen integralen Coaches und erarbeite mir Schritt für Schritt ein neues Bewusstsein. Doch immer wenn ich DENKE, ich sei der Erleuchtung ein Stück näher gekommen, holen mich alte Prozesse ein, fällt das Unbewusste wie ein Schatten in meine Träume. Und längst habe ich erkannt, dass das DENKEN mich immer wieder davon abhält, zum Kern der Dinge vorzustoßen.
„Das Eine umschließt Alles, und Alles ist das Eine. Das Eine durchdringt Alles, und Alles ist in Einem. Und dies ist so mit jedem Gegenstand und jedem Dasein“ (Avatamaska-Schule)
Auf diesem Weg bin ich dann auch auf ein neues Bewusstsein gestoßen, das weg geht vom Entweder/Oder und sich hinwendet zum Sowohl-Als-Auch, das alles schon Dagewesene aufnimmt und  integriert. Raum und Zeit, Energie und Materie, Objekt und Subjekt sind keine Gegensatzpaare mehr. Der Dualismus organisch-anorganisch, Körper-Seele, Materie und Geist ist überwunden. (Geburtsstunde des neuen Menschen S123) Dieses Bewusstsein basiert auf dem integralen Ansatz, den der Tiefenpsychologe C.G. Jung erstmals beschrieben hat. Er hat die bisherige Entwicklung des menschlichen Bewusstseins in Stufen eingeteilt und geht davon aus, dass nicht nur die Menschheit als Ganzes, sondern jeder Einzelne diese Stufen durchlaufen kann oder in einer bestimmten Stufe verharrt: die archaische (Das Wesen ist null-dimensional), die magische (eindimensionale Unität), die mythische (zweidimensionale Polarität), die mentale (dreidimensionale Dualität) und schließlich die integrale Bewusstseinsstufe (aperspektivisch und vierdimensional), die alle vorherigen Stufen integriert.
Erst auf dieser Bewusstseinsstufe gelangt der Mensch zu einer „Aperspektivischen Wirklichkeitserfahrung“:
1. Zeitfreiheit – begriffliche Zeit überwinden
2. Durchsichtigkeit – durch Begriffe und Wörter hindurch zum Wesen der Dinge vordringen
3. Ganzheitliches Wahrnehmen – immer das Ganze wahrnehmen, den Dualismus überwinden
An dieser Stelle erinnere ich mich gern an einen meiner Lieblingsfilme „Matrix“. Glaubst Du wirklich, das ist Wasser in Deinem Glas (Neo und Morpheus). In der Wohnung des Orakels ist ein Schild über der Tür mit der lateinischen Inschrift „Temet Nosce“, was auf deutsch soviel wie „Erkenne dich selbst“ bedeutet.
Die Alleingültigkeit des Mentalen (auf dieser Bewusstseinsstufe befindet sich ein Großteil der westlichen Bevölkerung) verlassen, heißt nicht das Mentale abzuschaffen, sondern das Magische und Mythische zu integrieren und erst dieser vital-mythisch-mentale Dreiklang ermöglicht den Absprung in die vierte Dimension. Diese Raum-Zeit-Freiheit ist die Konkretion des Geistigen.(Geburtsstunde des neuen Menschen S123)
Und deshalb ist Gott nicht außerhalb von uns. Das Göttliche ist in jedem Menschen, wenn auch unter der Decke des Unbewussten, des Schatten.
Mein Fazit aus diesem kurzen Exkurs: Allgemeingültigkeit des rationalen Denkens überwinden, sich dem Systemzwang des Dreidimensionalen entziehen, Verbindung des Rationalen mit dem Magischen und Mythischen zur Diaphanität (Durchsichtigkeit), vorurteilslos denken und aufrichtig sein, die phänomenale Welt (Alltagsbewusstsein) und die absolute Welt als eins erfahren.
Ich will mich heute mit einer Kurzgeschichte verabschieden, die das Gesagte wunderbar ergänzt.
Ein Schüler fragt seinen Zen-Meister: „Machst Du ununterbrochene Anstrengungen, Dich in der Wirklichkeit zu üben?“
Antwort des Meisters: „Ja, das tue ich.“
Der Schüler fragt: „Wie übst Du Dich selbst?“
Der Meister antwortet: „Wenn ich hungrig bin, esse ich, wenn ich müde bin, schlafe ich.“
Antwort des Schülers: „Das tut jeder. Kann man dann von jedem sagen, dass er sich übt wie Du?“
Der Meister: „Nein!“
Der Schüler fragt: „Warum nicht?“
Antwort des Meisters: „Weil die anderen, wenn sie essen, nicht essen, sondern über die verschiedensten Dinge nachdenken und sich dadurch stören lassen. Wenn sie schlafen, so schlafen sie nicht, sondern sie träumen von tausend Dingen. Darum sind sie nicht so wie ich.“
Quelle dieser Weisheiten: Geburtsstunde des neuen Menschen. Hugo Makibi Enomiya-Lassalle zum 100. Geburtstag [Gebundene Ausgabe]
Roland R. Ropers (Autor)

 

1 Comment

  1. Alexiel 05/28/2014, 17:52 Antworten

    Hi^.^

    Ich lerne vom Leben und meist durch.. Manchmal mit meinem Partner!
    Ich bin auch auf der Reise und wollte fragen, ob du die Steigerungsform von „in Worte denken“, auch „in Emotionen denken“ gemacht hast?
    Bis jetzt versteht mich keiner was ich damit meine..
    Mir wurde vor ähnlichen Jahren bewusst, das Worte mir nicht so schnelle und umfangreiche Gedanken brachten und das war meine Lösung.. Hast du auch sowas?

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