Der integrale Ansatz – neues Denken und Handeln

Das neue Jahrtausend ist gekennzeichnet von einem Paradigmenwechsel. Es findet ein Wechsel vom materialistischen zum holistischen, vom linearen zum integralen Weltbild statt. Der Wechsel vom Haben ins Sein. Der Mensch und die Welt sind ein Ganzes und nichts ist voneinander getrennt. Das erfordert neue Sicht- und Handlungsweisen.

Ein multidimensionales Erfassen von Zusammenhängen ist erforderlich, um die vielen Facetten der Entwicklung, die ein Mensch, ein Unternehmen, eine Organisation und die ganze Gesellschaft haben, zu begreifen. Der Mensch ist eine Ganzheit, die aus mehreren Ebenen gleichzeitig besteht: Körper, Geist, Seele und seine sozialen Kontakte.

Der integrale Ansatz fußt auf dem Prinzip der Integration und geht von der Ganzheit des Menschen aus. Er basiert auf der Tiefenpsychologie C.G. Jungs, wird erweitert durch das transpersonale Wissen Karlfried Graf Dürckheims, Enomia Lassalles und schlägt den Bogen zu Ken Wilber, der sich zudem mit der Weltsicht des Jean Gebser auseinandersetzt. Virginia Satir öffnet die Tür zum Systemischen und Piero Ferruci entwickelt den umfassenden Ansatz kreativer Integrationsarbeit mit seiner Psychosynthese.

Der integrale Ansatz ist auf die vier Grundbedürfnisse des Menschen ausgerichtet:

1. Leben

2. vollkommene Entfaltung, (Wachstum und Entwicklung)

3. dem Grundbedürfnis zu lieben und geliebt zu werden (Beziehungen)

4. dem Bedürfnis nach Sinn, ein Lebenswerk zu schaffen (Vision)

Dieser Ansatz geht vom Wesens Kern des Menschen, auch die Mitte des Menschen genannt, der sogenannten Metaebene menschlichen Bewusstseins aus. Dort liegen alle Möglichkeiten der Entfaltung, Ressourcen und eine gesunde Selbst-Organisation.

Ganzheit muss nicht werden, Ganzheit ist. Sie entfaltet sie sich mit der zunehmenden Bewusstheit des Menschen.

„Werde, was Du bist.“ (Piero Ferrucci)

Die integrale Betrachtungsweise geht davon aus, dass ein Teil jeweils ein für sich bestehendes Ganzes, aber auch und zugleich ein Teil eines größeren Ganzen ist. Dieser Aspekt beinhaltet auch den systemischen Ansatz: Alles ist mit Allem verbunden.

Zum integralen Ansatz gehören auch Inspirationen aus der Literatur, der Musik, der Kunst, der Philosophie, verschiedene Weisheitslehren und die Erfahrungen durch Körperarbeit und Meditation.

Im Betrachten der uns umgebenden Wirklichkeiten geht es auch darum, das eigene Denken aus der perspektivischen „entweder- oder- Betrachtung“ zu lösen und es in ein „Sowohl-als-auch“ hinein zu entfalten, das sich durch komplementäres, ganzheitliches Denken auszeichnet.

Der integrale Ansatz vermittelt die Hauptperspektiven der wahrzunehmenden Realität. Dabei geht es um die vier Dimensionen des Mensch-Seins, diese perspektivisch aus dem „Beobachter“, der Wesens-Mitte wahrzunehmen und zu integrieren:

Die individuelle Dimension

Persönlichkeit, familiäre Prägungen: Psychogenetik, Gedanken und Emotionen, Verhaltensmuster, der eigene Körper

Die kollektive menschliche Dimension in der jeweiligen Kultur

Die Dimensionen der Prozesse, Ressourcen, Systeme

Die transpersonale oder metaphysische Dimension des Menschen

Der Ansatz von Don Edward Beck und Christopher C. Cowan Spiral Dynamics erweitert die holistische (ganzheitliche) Betrachtungs- und Herangehensweise.

Aus der integralen Betrachtungsweise ist es dem Menschen möglich, das umfassende Spektrum seiner multidimensionalen Intelligenzen (Theresia Maria Wuttke „Das Konzept multidimensionaler Intelligenz – Die Arbeit mit dem Hologramm®+©“) zu entfalten:

• die kognitiv-reflektierende Intelligenz (KQ),
• die emotionale Intelligenz (EQ),
• die intuitive Intelligenz IQ),
• die systemische Intelligenz( SQ),
• die Leibintelligenz(LQ) sowie
• die kollektive Intelligenz (KI)

Die Schulung und Anwendung aller uns Menschen zur Verfügung stehenden Intelligenzen und der Nutzung der daraus resultierenden Synergien erweitert das Spektrum der Wahl, Entfaltungs- und Handlungsmöglichkeiten der Menschen um ein Vielfaches.

Die eigene Selbst-Bewusstheit ist gefragt, personales Wachstum.
Der persönliche Standpunkt des Menschen wird von den eigenen Werten, der eigenen Mitte getragen. Authentizität, Integrität, Empathie und die Achtung vor allem Leben stellen die Basis ganzheitlichen Denkens und Handelns zur Verfügung. Die Motivation orientiert sich an der Ethik des Lebendigen und trägt den gesellschaftlichen Wandel.

Menschen, die von ihren eigenen Werten und ihrer innewohnenden Weisheit geleitet werden und in klarer Bewusstheit handeln, sind Weichensteller für die Zukunft. Sie werden zu Pfeilern ethischer Neuorientierung, die das Ganze im Blick haben. Es geht darum, langfristig personales Wachstum, soziale Kompetenz, ethisches Selbst-Verständnis mit persönlichem Erfolg, gesellschaftlicher und umweltpolitischer Verantwortung zu verknüpfen.

Literaturempfehlung:

„Landkarte der Seele“ – Murray B. Stein

„Geburtsstunde des neuen Menschen“ – Roland R. Ropers

„Zen und christliche Mystik“ – Hugo Makibi Enomiya-Lassalle

„Auf dem Weg zum eigenen Selbst“ – Karlfried Graf Dürckheim

„Mut und Gnade“ – Ken Wilber

„Wege aus der Mitte“ – Theresia Maria Wuttke

„Der Prophet“ – Khalil Gibran

www.yasmins-liebe.blog.de – Theresia Maria Wuttke

 Autorin dieses Artikels:  Theresia Maria Wuttke, Vorstandsvorsitzende der Theos Consulting AG
http://theos-consulting.de/


 

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